Doppelt hält besser – das Geheimnis von Double Cleansing

18:07


Meine Haut ist mein Seismograph für mein allgemeines Befinden: Jede noch so kleine Unruhe, die noch tief im Inneren meines Körpers verborgen ist, wird mir zeitnah und zuverlässig durch irritierte Haut im Gesicht angezeigt.

Deswegen bin ich auch gerne bereit, auf jeden Hautpflege-Trend aufzuspringen. Kurkuma-Quark-Masken? Heilerde zum Frühstück? Gruselige Tuchmasken, mit denen man noch nicht einmal den Müll vor die Tür bringen sollte? Ich habe alles bereits getestet!

In der Beauty Landschaft geht derzeit das Zauberwort „Double Cleansing“ um, also habe auch ich die Ohren gespitzt. Das System ist ganz simpel: Du wäschst dein Gesicht zwei Mal: Erst mit Öl, dann mit einer Reinigung. Das ist doch nicht so richtig innovativ, denkst du dir jetzt vielleicht. Und damit liegst du goldrichtig. Das Verfahren gehört zu den traditionellen Schönheitsritualen in Korea und Japan.


Ich wollte den Trend nicht ungetestet an mir vorbeziehen lassen und habe die Prozedur für euch zusammengefasst.


Erst das Öl

Viele Produkte in der dekorativen Kosmetik sind ölbasiert. Auf der Grundlage „Gleiches mit Gleichem entfernen“, ist ein Reinigungsöl deshalb perfekt geeignet, diese aus dem Weg zu räumen. Das Öl wird also im Gesicht aufgetragen, einmassiert und abgespült. Das klappt tatsächlich erstaunlich gut. Nach der ersten Phase sehe ich schon ziemlich abgeschminkt aus. Reinigungsöle sind sehr effektiv, also könnt ihr meinen Anfängerfehler vermeiden und sie sparsam verwenden. Wenn ihr zu viel erwischt, fühlt ihr euch wie eine kleine Thunfischkonserve und braucht für die zweite Phase unnötig mehr Aufwand.

Dann die Reinigung

Die zweite Phase der Reinigung sollte nicht zu scharf ausfallen. Das Öl hat schließlich schon die grobe Vorarbeit geleistet und die Reinigungsmilch dient nur noch dazu, die wasserlöslichen Komponenten, wie Pflegeprodukte und Schweiß, zu entfernen. Wenn ihr vorher sparsam mit dem Öl umgegangen seid, dann müssten sich auch diese Rückstände leicht entfernen lassen.

Lohnt sich der Aufwand?

Nach mehreren Wochen des abendlichen „Double Cleansing“ bin ich durchaus zufrieden mit dem Ergebnis. Früher hat mich mein morgendlicher Blick in den Spiegel oft mit etwas konfrontiert, das auf einschlägigen Beauty Kanälen als „Subtle Smokey Eye“ vorgestellt wird. Diese Zeiten sind passé. Außerdem habe ich das Gefühl, ein Abschminkritual für mich gefunden zu haben, bei dem ich mir Zeit nehme, mich um meine Haut zu kümmern, nachdem sie den ganzen Tag über Wind und Wetter die Stirn geboten hat. Immerhin ist „the skin we’re in“ unser kostbarer Schutz und verdient unsere Aufmerksamkeit. Schließlich würdest du ja auch deinen Lieblingspullover nach wochenlangem Tragen nicht nur kurz mit Wasser bespritzen, sondern ihm einen schönen Wollwaschgang spendieren. 


Ist das was für dich?

Da jede Haut grundlegend verschieden ist, solltest du vorher prüfen, ob „Double Cleansing“ grundsätzlich zu deinem Hauttyp passt. Besonders bei extrem sensibler oder unreiner Haut wird von dem zwei-Phasen-Prinzip eher abgeraten. Je nachdem, wie dein Hautbild beschaffen ist, solltest du auch die Produkte für die zwei Reinigungsphasen speziell auf deine Bedürfnisse abstimmen.

Welche Produkte gibt es?

Da „Oil Cleansing“ schon seit einiger Zeit ein Trend ist, hat die Kosmetikindustrie angefangen, spezielle Reinigungsöle zu entwickeln. Da ich ein Fan von natürlichen Produkten bin, benutze ich für den ersten Schritt Basisöle, die sich zur Hautreinigung eigenen, wie zum Beispiel pflegendes Mandelöl  oder duftendes Wildrosenöl. Ein spezielles Pre-Cleansing-Oil wird auch von der Firma Dermalogica angeboten.
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